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Hoffnung auf neue Tibetpolitik nach Führungswechsel in China

Indien – Exil-Tibeter aus aller Welt treffen sich diese Woche im nordindischen Dharamsala, um über die Lage der tibetischen Bevölkerung unter Chinas Regierung zu beraten. Ist der kommende Führungswechsel in China ein “Schimmer der Hoffnung”?

Das vier Tage dauernde Treffen findet nur wenige Wochen vor dem zehnjährigen Führungswechsel in China statt. Einige Tibeter hegen derweil die Hoffnung, dass der neue chinesische Regierungschef eine entspanntere Tibet-Politik als bisher der Fall durchsetzen wird.

Grund für die Hoffnung unter Tibetern ist Xi Jinping, derzeit Chinas Vize-Präsident. Xis Vater und ehemaliger Premierminister Xi Zhongxun hatte in den 1950er Jahren eine enge Beziehungen zum Dalai Lama, bevor dieser aus Tibet nach Indien floh.

Später wurde Xi Zhongxun als ein Minderheiten wohlgesonnener Politiker bekannt, weshalb nun einige nun davon ausgehen, dass Xi Jinping in die (innenpolitischen) Fußstapfen seines Vaters tritt.

Nicht alle teilen jedoch diesen Optimismus. Tibets Exil-Premierminister Lobsang Sangay steht Tibets Zukunft zwar optimistisch gegenüber, verspricht sich aber nicht viel vom kommenden Führungswechsel in China.

“Einerseits sind wir nach 50-jähriger Erfahrung nicht sehr optimistisch, da die chinesische Regierung bis auf eine kurze Zeitspanne in den frühen 1980er Jahren ihre kompromisslose Tibetpolitik fortgesetzt hat. Als Menschen sollte wir andererseits aber immer hoffnungsvoll bleiben. Hoffentlich entstehen durch eine neue Besetzung (Anm. der chinesischen Spitzenpolitik) neue Perspektiven und eine neue Politik für Tibet” so Lobsang Sangay.

Innerhalb der vergangenen drei Jahre haben sich bisher 51 Tibeter aus Protest gegen Chinas Tibetpolitik selbst verbrannt. Als Reaktion auf diese nach chinesischer Ansicht “terroristischen Akte zur Anstiftung von Separatismus”, griff China noch härter als bisher durch. Eine Politik die zu noch mehr Zorn in Tibet führte.

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